Medizinische Untersuchung

Hiermit veröffentlichen wir einen Beitrag, der eine Untersuchung des Volto Santo aus medizinischer Sicht abhandelt: der Autor ist Arzt und Ordensmann und möchte ungenannt bleiben. Der Verfasser ist der Schriftleitung des Vereins bekannt.

Das Ergebnis der Untersuchung ist so bedeutsam, dass der Inhalt bzw. Text gleichwohl veröffentlicht werden soll.

Medizinische Untersuchung

Inwiefern die Möglichkeit einer partiellen motorischen Gesichtslähmung – infolge traumatischer Schädigung der VII. Fasern besteht oder aber ob es einfach nur eine zusätzliche Verstärkung der Asymmetrie durch das traumatische Ödem infolge des Schlages auf Nase und Wange ist, kann ich zu wenig beurteilen, da zu wenige definierte Konturen betroffen sind. Ob allerdings eine reine Gewebsschwellung im Nasenbereich eine Schrägstellung des Mundes bewirken kann, ist fraglich....

Was weiterhin noch interessant wäre – vielleicht weiß Prof. Bartl etwas dazu :- die Pupillen sind asymmetrisch weit! Folgende Möglichkeiten fallen mir dazu noch ein:

Theoretisch ist ein Syndrom möglich (halte ich aber für unwahrscheinlich!). Wäre die Dilatation schmerzbedingt, dürfte keine Seitendifferenz auftreten.

Obwohl meine Augen-Prüfung nahezu schon 20 Jahre zurückliegt, so glaube ich doch noch zu wissen, dass die vegetativen Fasern dem opticus äußerlich aufliegen und – meine schwache Theorie – dadurch vielleicht gereizt wurden: denn der kräftige Schlag kann auch zu einer Schwellung in der Augenhöhle links geführt haben...mit einer sekundären sympathischen Reizung!!!

Wie auch immer, was letztere Theorien anbelangt, würde ich keine Hand dafür ins Feuer legen können. Wohl aber für die Nasenbeinfraktur! Ich bin mir sogar sicher, dass selbst schon ein Unfallchirurg diese Diagnose zu stellen vermag!

Meine Theorie (stellt die Vorstellung von Schwester Blandina infrage, Anm. d. Red.), dass der Schleier auf dem Grabtuch gelegen haben soll! Das Turiner Grabtuch zeigt einen geraden (reponierten) Nasenrücken!

Sollte die Abbildung gleichzeitig erfolgt sein, so wäre das "Rätsel" zu klären, warum nun auf dem Manoppello-Bild – welches Schwester Blandina mit dem Auferstandenen identifiziert – plötzlich wieder die Dislozierung der Nase sichtbar sein soll. Nachdem sie von einer an der Grablegung beteiligten Person (schmerzlos) eingerichtet worden war. Es würde somit das Bild "danach" einen Zustand "vor" dem Turiner Grabtuch zeigen...

Schließlich ist zu bedenken, dass es einen Grund geben muss, warum es ausgerechnet eine Kreuzwegstation mit einem Schleier gibt...Hinter jeder "Legende" steckt ein wahrer Kern – allerdings komme ich in einen Argumentationsnotstand, wenn es darum geht zu erklären, warum man keine Spuren der Dornenkrönung sieht, da doch Jesus von der Verspottung – durch die Soldaten bzw. den Pöbel – an eine Dornenkrone getragen hat! Selbst wenn er sie bei seinen Stürzen verloren hätte, müsste man Spuren auf dem Antlitz sehen... von den spitzen Dornen zumindest im Stirnbereich...

Auch wenn Jesaja sagt: er hatte keine Schönheit mehr...wie ein Wurm.. so würde man vielleicht noch eine stärkere Verunstaltung des Antlitzes erwarten?! Und in der Tat - ich erinnere mich an Rebellenopfer in Sierra Leone, die so geschlagen worden waren, dass das Gesicht eine einzige Schwellung war...wobei die Schwellung natürlich nicht unmittelbar auftrat d.h. vielleicht bei Jesus die Zeit zu kurz war?!

Aber wie gesagt: das sind Überlegungen, von denen ich selbst noch nicht ganz überzeugt bin.

Aber, nachdem ich es zuvor vergessen habe im Hinblick auf die fachlich äußerst kompetente Untersuchung zum Schweißtuch von Oviedo, sollen doch endlich die Überlegungen fallen gelassen werden, die ständig den Schleier mit den Schweißtuch verwechseln!

"Asymmetrie des Antlitzes" auf dem Schleier von Manoppello

1. "Knick" bzw. Verschiebung im Bereich der Nasenwurzel

2. Hämatom infolge periost. Zerreißungen

3. Fehlende "Linie" von Augenbraue zu Nasenwurzel infolge (!) Verlagerung derselben

4. Hämatom im Bereich der "Aufschlagstelle" des verletzenden Gegenstandes

5. Lateralverlagerung des Nasenrückens mit deutlicher Abweichung von der Medianen

6. Hämatom im unteren Nasenbereich (infolge Dislozierung des Knorpelgerüstes)

7. Schwellung der Wange infolge des Schlagtraumas, evtl. zusätzliche Schädigung einzelner VII-Fasern (traumat. Ödem !?) bzw. opt. Verstärkung infolge Verlagerung der Nase nach traumat. Nasenbein-Fraktur

8. Schrägstellung des Mundes infolge periph. Parit. VII. Pari… (!?)

Fazit : Traumatische Nasenbeinfraktur

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