Die Grabtücher Jesu

Für die Grabtücher Jesu gebrauchen die Evangelisten drei verschiedene Begriffe: „Sindone“ (Leinentuch), „Sudarium“ (Schweißtuch) und „Linteamina“ (Leinenbinden). Nach Matthäus (27, 59), Markus (15, 46) und Lukas (23, 53) hüllte man Jesus beim Begräbnis in ein Leinentuch („involvit sindone“). Matthäus betont sogar in ein reines Leinentuch („sindone munda“) und meint damit wohl ein neues, ungebrauchtes Leinentuch.

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Johannes, der Augenzeuge, weiß von mehreren Leinentüchern („linteamina“), die man beim Begräbnis benützte (Joh 19, 40) und von Kräutern („aromatibus“), die man in die Grabtücher eingewickelt hat, wie es bei den Juden Begräbnissitte ist“ („sicut mos est Judaeis sepelire“). Am Ostermorgen sieht er von der Graböffnung aus die Leinenbinden da liegen („linteamina posita“). Und als Petrus in das Grab hineinging, sieht er die Binden („linteamina“) da liegen und das Schweißtuch („sudarium“), das auf seinem Kopf gewesen war („et sudarium, quod fuerat super caput eius“). Und Johannes betont noch ausdrücklich, dass dieses nicht bei den Leinenbinden lag, sondern für sich zusammengefaltet an einer besonderen Stelle („non cum linteaminibus positum, sed separatum involutum in unum locum“). Aus diesen Zeugnissen kann man Folgendes schließen:
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Bild: Begräbnis Jesu, Bild in der Grabeskirche

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1. Für das Begräbnis Jesu gebrauchte man mehrere Tücher, auch wenn Matthäus, Markus und Lukas nur eines (sindone) erwähnen. Dies ist auch selbstverständlich, wenn man die jüdische Begräbnissitte bedenkt (Joh 19, 40). Es sind demnach auch verschiedene Grabtücher noch erhalten: Grabtuch von Turin, Schweißtuch von Oviedo, Volto Santo von Manoppello, Schweißtuch von Kornelimünster und die heilige Haube von Cahors. Von den Zeugnissen der Evangelien her lässt sich aber nicht genau bestimmen, welches dieser Tücher mit welchem Begriff gemeint ist.

2. Sindone: Ziemlich eindeutig dürfte das heutige Grabtuch von Turin mit dem „sindone“ gemeint sein, auch wenn nach Johannes Jesus offenbar in mehrere Tücher („linteis“) eingehüllt wurde. Dies muss ja kein Widerspruch sein.

Bild: Grabtuch von Turin, Vorderseite

 

3. Sudarium: Wohl weniger klar ist nach den Zeugnissen der Evangelien, welches der vorhandenen Grabtücher mit demSchweißtuch („sudarium“) gemeint sein könnte. Michael Hesemann meint, dass mit dem Schweißtuch, das „nicht bei den Leinenbinden, sondern für sich zusammengefaltet an einer besonderen Stelle lag“ (Joh 20, 7), das heutige Schweißtuch von Oviedo gemeint sei (s. Bluttuch: S. 1237; S. 141). Mir erscheint es denkbar, dass man nach der Reinigung des Gesichtes Jesu dieses Tuch aus Leinen zusammengefaltet Die Grabtücher Jesu_6(„involutum“) beiseite gelegt hat, wie es Johannes und Petrus sahen. Aber ist dies „auch das Schweißtuch, das über seinem Haupt war“ („et sudarium, quod fuerat super caput eius“)? Mir erscheint es unwahrscheinlich, dass man das mit Blut und Schweißgetränkte „Schweißtuch“ von Oviedo auf seinem Haupt im Grab liegen ließ. Warum hätte man Jesus sonst in ein „reines Linnentuch“ (Mt 27, 59) eingehüllt? Und wie wären dann die Blutflecken auf das Gesicht beim Grabtuch gelangt? Und vor allem: Warum ist dann auf dem Schweißtuch von Oviedo kein Gesicht abgebildet, sondern nur Abdrücke aus Blut? (vgl. Artikel v.Traudl Wally: Anhang: Das Sudarium von Oviedo).

Bild: Schweißtuch von Oviedo

 

4. Sudarium: Mir erscheint es mehr plausibel, dass „das Schweißtuch, das auf seinem Haupt lag“ und „das Schweißtuch, das zusammengefaltet an einer besonderen Stelle lag“ (Joh 20, 7), zwei verschiedene Tücher sind. Somit wäre das Schweißtuch, „das auf seinem Haupt lag“, der heutige Volto Santo und „das Schweißtuch, das zusammengefaltet an einer besonderen Stelle lag“ das Schweißtuch von Oviedo. Nur so ist zu erklären, dass das Gesicht auf dem Grabtuch und das Gesicht auf dem Volto Santo deckungsgleich sind und zur gleichen Zeit (im Augenblick der Auferstehung wie ein Blitzfoto) entstanden. Wenn Johannes aber mit dem „Sudarium“ beide Male das „Schweißtuch“ von Oviedo gemeint hat - und der Text legt dies nahe - dann könnte er mit dem Wort „linteamina“ das Grabtuch von Turin und das Schleiertuch von Manoppello mit gemeint haben.
Johannes gebraucht zwar das Wort „Schweißtuch“ (sudarium) auch bei Lazarus, dessen Gesicht mit einem Schweißtuch im Grab eingebunden war („et facies illius sudario erat ligata“ = „und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch umbunden“) Joh 11, 44). Aber seltsamerweise heißt das aus Muschelseide bestehende Grabtuch in Kornelimünster auch „Schweißtuch“. Eine klare Zuordnung erscheint also aufgrund der biblischen Zeugnisse nicht möglich. Doch dass man ein Schleiertuch Jesus im Grab auf das Haupt gelegt hat, wird außerbiblisch bezeugt durch die Pilatusakten, und durch die Seherinnen A. K. Emmerich und M. Valtorta (s. Anhang).

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Bild: Volto Santo von Manoppello

5. Sudarium: Das Schweißtuch (sudarium) von Kornelimünster zählt wohl zu den Tüchern („linteamina“), die man am Freitag zur Vollendung der Beisetzung am Ostermorgen im Grab zurückgelassen hat. Denn dazu gingen ja die Frauen am Ostermorgen zum Grab, weil sie am Freitag wegen des Rüsttages ja kaum eine Stunde Zeit zur Beisetzung Jesu hatten. – In Kornelimünster werden drei Tuchreliquien aufbewahrt und verehrt, die Kaiser Karl d. Gr. Vom Patriarchen von Jerusalem persönlich als „Sudarium aus dem Grab des Herrn“ geschenkt bekommen hat: Das Schürzentuch, mit dem Jesus sich zur Fußwaschung der Jünger beim letzten Abendmahl gegürtet hat, ein Grabtuch, auf dem der Leichnam Jesu im Grab gebettet war und ein Schweißtuch („sudarium“) (s. Google: Heiligtumsfahrt – Benediktinerabtei Kornelimünster). Nach der Tradition hat Kaiser Ludwig der Fromme, Nachfolger Karls d. Gr., diese Tuchreliquien 814 aus der Pfalzkapelle Aachen entnommen und dem ersten Abt von Kornelimünster, dem hl. Benedikt von Ariane (+11.02.821) geschenkt. Das Schweißtuch besteht auch aus Muschelseide und ist 3, 50 x 6 m groß. Auf dem Gregoriusaltar von Nürnberg hat der Maler Jesus dargestellt, wie er aus einem solch großen durchsichtigen Schleiertuch aus dem Grab aufersteht. Näheres kann darüber z. Z. nicht gesagt werden, weil es noch nicht wissenschaftlich untersucht wurde.  

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Bild: Schweißtuch (sudarium) von Kornelimünster

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6. Heilige Haube: Die heilige Haube von Cahors zählt wohl auch zu den sog. „linteamina“ (Leinenbinden). Man hatte sie Jesus wahrscheinlich bei der Kreuzabnahme aufgesetzt, um die Gesichtsbinden festzuhalten oder das Kinn hochzubinden. Danach hatte man sie im Grab wohl abgenommen wie auch das Schweißtuch von Oviedo, als man den Leichnam in das „reine Leinentuch“ („sindone munda“) hüllte und den Schleier von Manoppello über dem Grabtuch auf sein Gesicht legte.

So lassen sich nach meiner Meinung wohl am besten die in der Bibel erwähnten und noch vorhandenen Grabtücher einander zuordnen. Die Aussagen der Seherinnen können vielleicht noch mehr Klarheit bringen (s. Anhang). Jedenfalls ist Faktum, dass nur auf dem Grabtuch von Turin und dem Volto Santo von Manoppello Gesicht und Körper Jesu auf bisher unerklärliche Weise (acheiropoietos = nicht von Menschen gemacht) authentisch abgelichtet wurden. Dies muss bei jeder Deutung berücksichtigt werden und erklärbar sein. (vgl. dazu Erklärung von Sr. Blandina unter Homepage Freundeskreis „Forschung“ „Andere Grabtücher“).

Bild: Hl. Haube von Cahors, aus Codex Egberti (980)

 

Zusammenfassung

Die Zuordnung der in der hl. Schrift erwähnten Grabtücher könnte man unter Verwendung auch der außerbiblischen Zeugnisse etwa so sehen:Die Grabtücher Jesu_7
1. Das von Johannes (20, 7) erwähnte Schweißtuch („sudarium) ist das heutige Schweißtuch von Oviedo. Es ist aus Leinenstoff und wurde bei der Kreuzabnahme Jesus um das Haupt gebunden („fuerat super caput eius“) und ihm vor der Bestattung im Grab vermutlich wieder abgenommen und zusammengefaltet daneben gelegt („non cum linteaminibus, sed separatum involutum in unum locum“), wie es Petrus und Johannes am Ostermorgen sahen. Damit ist erklärlich, dass darauf Gesicht und Körper Jesu nicht abgebildet sind. So sieht es auch Traudl Wally in ihrem Artikel „Das Sudarium von Oviedo“. Damit aber ergibt es keinen Sinn mehr, wenn Prof. H. Pfeiffer das Wort „involutum“ mit „einhüllend geblieben“ übersetzt. Denn dieses Schweißtuch aus Leinenstoff umhüllte ja im Grab das Gesicht Jesu nicht mehr, sondern lag daneben. Und nur davon sagt Johannes, dass es „involutum“ (=zusammengefaltet) war. Nach Sr. Blandina war das Schweißtuch von Oviedo im Grab aber noch um das Haupt Jesu gebunden. Sie kann unter dieser Voraussetzung jedoch nicht erklären, wie es möglich ist, dass darauf keine Ablichtung des Hauptes Jesu erfolgte wie beim Grabtuch. Ferner wäre nicht zu erklären, wie Gestalt und Blutspuren vom Leichnam Jesu auf das „reine Leinentuch“ (Grabtuch) gelangen konnten und warum das Schweißtuch dann am Ostermorgen zusammengefaltet an einem besonderen Platz lag. Wer hat es weggelegt und warum?

 

2. Das Grabtuch von Turin und das Schleiertuch von Manoppello werden von Johannes (Joh 20, 5ff) nicht gesondert erwähnt, sondern mit dem Wort „linteamina“ bezeichnet wie auch die anderen noch existierenden Grabtücher (in Kornelimünster und Cahors). Es könnte deshalb historisch so gewesen sein, wie es A. K. Emmerich sah: „Nun führte Johannes die heilige Jungfrau und die anderen heiligen Frauen wieder heran. Maria kniete bei dem Haupte nieder, sie legte ein feines Tuch, das sie von Claudia Procle, der Frau des Pilatus, empfangen und das sie um den Hals unter ihrem Mantel hängen hatte, unter das Haupt Jesu, ...Hierauf legten sie den Leib des Herrn auf das große, sechs Ellen lange Tuch (Grabtuch von Turin), das Joseph von Arimathäa gekauft hatte, und schlugen ihn darin ein“. Dies bestätigt M. Valtorta: „Dann heben sie das herunterhängende Stück des Grabtuches auf und schlagen es über Jesus. Er verschwindet unter dem dicken Grableinen, ist nur noch eine stoffbedeckte Form. Joseph gibt acht, dass alles richtig an seinem Platz ist, breitet noch ein Schweißtuch über das Gesicht..“.Und Nikodemus berichtet in den Pilatusakten: „Und das linnene Tuch lag dort und das Schweißtuch, das sein Antlitz bedeckt hatte“. Mit dem „feinen Tuch“ und dem „Schweißtuch“ könnte das heutige Schleiertuch von Manoppello gemeint sein, das man zunächst unter das Haupt legte und dann über dem Grabtuch auf das Gesicht zog. So wäre erklärlich, dass auf beiden Tüchern deckungsgleich das Gesicht Jesu im Augenblick der Auferstehung wie bei einem Blitzfoto auf wunderbare Weise abgebildet werden konnte, wie man es heute noch sehen kann.

Anhang

In diesem Anhang sollen einige Seherinnen zu Wort kommen, die das Leben und Leiden Jesu visionär miterlebt haben. Ihre Aussagen sind zwar ihrer Herkunft wegen nicht direkt als historische Dokumente anzusehen. Doch da sie vielfach übereinstimmen, obwohl sie ihre Visionen unabhängig voneinander hatten, müssen ihre Visionen nicht weniger wahr sein. Sie haben deshalb insgesamt auch ein großes historisches Gewicht in dem, was sie zum Schweißtuch und Grabtuch Jesu sagen. Sie ergänzen gleichsam die oft kurzen Berichte in den Evangelien.

1. Zur „Veronika“ am Kreuzweg sahen sie:
a) Anna Katharina Emmerich (+ 09. 02. 1824)

“… Beinahe zweihundert Schritte hatte Simon dem Herrn geholfen, die Kreuzeslast zu tragen, als aus einem zur Linken der Straße liegenden schönen Hause, zu dessen Vorhof mit breiter Mauer und blinkendem Gitter eine Terrasse mit Treppen führt, eine große, ansehnliche Frau mit einem Mägdelein an der Hand dem Zuge entgegenstürzte. Es war Seraphia, das Weib Sichas, eines Mitgliedes aus dem Tempelrate, welche durch ihre heutige Handlung den Namen Veronika, von ver ikon (das wahre Bild), erhielt. Seraphia hatte zu Hause einen köstlich gewürzten Wein bereitet mit der frommen Begierde, den Herrn auf seinem bitteren Leidensweg damit zu erquicken. Sie war in schmerzlicher Erwartung dem Zuge schon einmal entgegengeeilt, ich sah sie verschleiert mit einem jungen Mägdlein, das sie an Kindesstatt angenommen, an der Hand neben dem Zuge schon hereilen, als Jesus seiner heiligen Mutter begegnete. Sie fand in dem Getümmel aber keine Gelegenheit, und so eilte sie dann nach ihrem Hause zu, den Herrn zu erwarten.
         Sie trat verschleiert in die Straße, ein Tuch hing über ihrer Schulter, das Mägdlein, etwa neun Jahre alt, stand neben ihr und hatte die mit Wein gefüllte Kanne unter einem Überhang verborgen, als der Zug sich näherte. Die Vorausziehenden versuchten vergebens, sie zurückzuweisen...(Sie) trat Jesus in den Weg, fiel auf die Knie und hob das Tuch, an einer Seite ausgebreitet, zu ihm auf mit den flehenden Worten: `Würdige mich, meines Herrn Antlitz zu trocknen!` Jesus ergriff das Tuch mit der Linken und drückte es mit der flachen Hand gegen sein blutiges Angesicht und dann, die Linke mit dem Tuch gegen die Rechte bewegend, welche über den Kreuzarm herüberfasste, drückte er das Tuch zwischen beiden Händen zusammen und reichte es ihr dankend zurück, sie aber küsste es und schob es unter den Mantel auf ihr Herz und stand auf; ... Kaum hatte sie ihr Gemach betreten, als sie das Schweißtuch vor sich auf den Tisch legte und ohnmächtig niedersank, das Mägdlein kniete winselnd mit dem Weinkrug bei ihr. So fand sie ein Hausfreund, der zu ihr eintrat, und sah sie bei dem ausgebreiteten Tuche, auf dem das blutige Angesicht Jesu schrecklich, aber wunderbar deutlich abgedrückt war, wie tot liegen; er war ganz entsetzt, erweckte sie und zeigte ihr das Angesicht des Herrn, sie war voll Wehklage und Trost und kniete vor dem Tuche und rief aus: `Nun will ich alles verlassen, der Herr hat mir ein Andenken gegeben`. Dieses Tuch war eine etwa dreimal so lange als breite Bahn feiner Wolle, sie trugen es gewöhnlich um den Nacken hängend, manchmal ein zweites über der Schulter nieder. ... Es hat dieses
Tuch nachher immer zu Häupten ihres Lagers gehangen. Es ist nach ihrem Tod durch die heiligen Frauen an die Mutter Gottes und durch die Apostel an die Kirche gekommen.“ (Seraphia war eine Base des Täufers Johannes, denn ihr Vater war der Sohn von dem Bruder des Vaters Zacharias)
(zitiert nach: A. K. Emmerich: Das bittere Leiden unseres Herrn S. 256f)

b) Maria Valtorta (* 14. 03. 1897 + 12. 10. 1961)
„Eine andere Frau hatte eine  junge Dienerin dabei, die ein Kästchen trägt. Sie öffnet es, nimmt ein feines viereckiges Leinentuch heraus und reicht es dem Erlöser. Das nimmt er an. Da er es mit nur einer Hand nicht auf sein Gesicht drücken kann, hilft ihm die Mitleidige und achtet darauf, die Dornenkrone nicht zu berühren. Jesus drückt das frische Linnen eine ganze Weile auf sein armes Antlitz, als ob es eine große Wohltat für ihn wäre. Dann gibt er das Tuch zurück und sagt: `Danke, Johanna, danke Nike, Sara...“ (zitiert nach: Maria Valtorta: Der Gottmensch Band XI S. 259)

c) Therese Neumann v. Konnersreuth (* 08. 04. 1898+ 18. 09. 1962)
„Eine Frau kommt heran mit einem jungen Mädchen, das einen Krug mit Wasser trägt. Resl kennt die Frau. Es ist die, die sich heimlich dem Heiland genähert und sein Kleid berührt hatte, und dabei vom Blutfluss geheilt worden war (Veronika, Mt 9, 18 – 26). Dieser geht es tief zu Herzen, wie sie nun das mit Blut verklebte, entstellte Antlitz des Heilandes sieht, sie nimmt ihr Schultertuch ab und reicht es ihm. Er drückt das Tuch `mit einer Hand, mit der anderen hat er nicht auslassen können`, an sein Gesicht und gibt es ihr zurück: Der Abdruck seines Angesichts ist darauf sichtbar.“
(zitiert nach: Johannes Steiner: Visionen der Therese Neumann I S. 210)

2. Zum Begräbnis Jesu sahen sie: (vgl. Joh 13, 31 – 42; par.
a) A. K. Emmerich (+09. 02. 1824)
“Die heilige Jungfrau saß auf einer ausgebreiteten Decke, ihr rechtes Knie, etwas erhöht, und auch ihr Rücken lehnte gegen einen Wulscht, vielleicht von zusammengerollten Mänteln, um der von Schmerz und Erregung ermüdeten Mutter die traurige Liebesarbeit an dem Leichnam ihre ermordeten Sohnes zu erleichtern, welchen die Männer auf einem Tuche ihr in den Schoß legten. ... Sie nahm die Dornenkrone, indem sie dieselbe hinten öffnete, mit großer Behutsamkeit und Beihilfe der andern vom Haupte Jesu; ...Maria wusch das elende Haupt und Angesicht Jesu und weichte das vertrocknete Blut mit den nassen Schwämmen aus den Haaren, ...Schon standen Joseph und Nikodemus eine Weile harrend in der Gegend, als Johannes der heiligen Jungfrau mit der Bitte nahte, sich von dem Leibe Jesu zu trennen, auf dass sie ihn zum Grabe bereiten könnten, weil der Sabbat nahe. Maria umarmte Jesu Leib nochmals inniger und nahm mit rührenden Worten Abschied von ihm. Nun hoben die Männer den heiligen Leib Jesu auf dem Tuche, worauf er lag, aus dem Schoße seiner Mutter und trugen ihn hinab zur Stelle der Leichenbereitung. Maria, von neuem ihrem Schmerz, der in der liebenden Pflege einigen Trost gefunden, ganz hingegeben, ruhte mit verhülltem Haupte in den Armen der Frauen; Magdalena aber, als wolle man ihren Geliebten rauben, eilte mit ausgestreckten Händen einige Schritte nach und wendete sich dann zu der heiligen Jungfrau zurück. ... Sie legten sodann ein ellenbreites, etwa drei Ellen langes Tuch unter seine Lenden, füllten seinen Schoß ganz mit Kräuterbüscheln... Nach dieser Verhüllung salbten sie alle Wunden der Lenden, bestreuten sie mit Spezereien und legten Kräuterbüschchen zwischen den Beinen bis zu den Füßen herab und wickelten die Beine von unten herauf ein in die Gewürze.
         Nun führte Johannes die heilige Jungfrau und die anderen heiligen Frauen wieder heran. Maria kniete bei dem Haupte nieder, sie legte ein feines Tuch, das sie von Claudia Procle, der Frau des Pilatus, empfangen und das sie um den Hals unter ihren Mantel hängen hatte, unter das Haupt Jesu, ...Hierauf legten sie den Leib des Herrn auf das große, sechs Ellen lange Tuch, das Joseph von Arimathäa gekauft hatte, und schlugen ihn darin ein. Er lag quer darauf, eine Ecke ward von den Füßen zur Brust herauf, die andere über den Kopf und die Schultern niedergeschlagen, und die Seiten wurden um den Leib herumgewickelt.
         Als sie nun alle den Leib des Herrn weinend umgaben und abschiednehmend um ihn her knieten, zeigte sich ein rührendes Wunder vor ihren Augen: die ganze Gestalt des heiligen Leibes Jesu mit allen seinen Wunden erschien auf der Oberfläche des Tuches, das ihn bedeckte, braunrötlich abgebildet, als wolle er ihre liebende Pflege und ihre Trauer dankbar belohnen und ihnen sein Bild durch alle Verhüllung hindurch zurücklassen. Weinend und wehklagend umarmten sie den heiligen Leib und küssten verehrend das wunderbare Abbild; ihr Staunen war so groß, dass sie das Tuch nochmals öffneten, und es war noch größer, da sie alle Binden des heiligen Leibes weiß wie vorher und nur das obere Tuch mit der Gestalt des Herrn bezeichnet fanden.
Die Seite des Tuches, worauf der Leib lag, enthielt das Abbild des ganzen Rückens des Herrn, die Seite, die ihn bedeckte, seine vordere Gestalt, diese aber musste zusammengelegt werden, weil das Tuch hier mit verschiedenen Ecken über ihn zusammengeschlagen war. Es war dies kein Abdruck von etwa blutenden Wunden, denn der ganze Körper war in Spezereien mit vielen Binden dicht eingewickelt, es war ein Wunderbild, ein Zeugnis der schaffenden, bildenden Gottheit im Leibe Jesu.
Ich habe auch vieles von der nachherigen Geschichte dieses heiligen Tuches gesehen, was ich aber nicht mehr in bestimmte Ordnung bringen kann. Es war nach der Auferstehung mit den anderen Tüchern im Besitze der Freunde Jesu. Ich sah es einmal einem, der es unter dem Arme trug, hinwegreißen, ich sah es zweimal in den Händen der Juden, ich sah es auch lange in Verehrung der Christen an verschiedenen Orten. Einmal war ein Streit darüber, und es wurde zur Beilegung desselben in ein Feuer geworfen, flog aber wunderbar über der Flamme empor in die Hände eines Christen.
Es sind drei Abdrücke von demselben durch Auflegung unter Gebet von heiligen Männern gemacht worden, und zwar von dem ganzen zusammengelegten Bilde der vorderen Seite. Diese Abdrücke sind durch Berührung in der feierlichen Intention der Kirche geweiht und haben von je große Wunder getan. Das Original habe ich einmal mit einiger Beschädigung, einigen Rissen, in Asien bei nichtkatholischen Christen in Verehrung gesehen. Ich habe den Namen der Stadt vergessen, sie liegt in einem großen, der Heimat der Heiligen Drei Könige nahen Lande. Ich habe in diesen Gesichten auch etwas von Turin und Frankreich und dem Papst Clemens I. gehabt und vom Kaiser Tiberius, der fünf Jahre nach Christi Tod gestorben, habe es aber vergessen. „
(zitiert nach: A. K. Emmerich: Das bittere Leiden unseres Herrn S. 321ff)

b) Maria Valtorta (* 14. 03. 1897 + 12. 10. 1961)
„Unten angelangt wollen sie den Leichnam auf ein Leinentuch legen, das sie auf ihren Mänteln ausgebreitet haben. Doch Maria will ihren Sohn haben. Sie hat ihren Mantel geöffnet und ihn auf einer Seite ausgebreitet, und sie hat auch ihre Knie etwas geöffnet, so dass sie für ihren Jesus eine Wiege bilden. ... Nun liegt er im Schoß der Mutter ... Er gleicht einem großen, müden Kind, das ganz zusammengekauert an der Brust der Mutter ruht. Maria hält ihn in ihrem rechten Arm, den sie um die Schultern des Sohnes gelegt hat, und mit dem linken fasst sie über seinen Leib und hält ihn an der Hüfte. Der Kopf liegt auf der mütterlichen Schulter. Und sie ruft ihn...sie ruft ihn mit herzzerreißender Stimme. Dann löst sie ihn von ihrer Schulter und liebkost ihn mit der Linken. Sie nimmt seine Hände, biegt sie gerade, küsst sie und beweint die Wunden, bevor sie sie über dem toten Schoß kreuzt. Dann liebkost sie die Wangen, besonders dort, wo der blaue Fleck und die Schwellung ist. Sie küsst die eingesunkenen Augen und den auf der rechten Seite etwas schief gebliebenen und leicht geöffneten Mund. Sie möchte auch seine Haare ordnen, wie sie den blutverkrusteten Bart in Ordnung gebracht hat. Aber dabei stößt sie auf die Dornen. Sie sticht sich, als sie die Krone abnimmt, und will es doch selbst tun mit der einen freien Hand, weist alle ab und sagt:` Nein, nein! Ich! Ich! `Es scheint, als habe sie das zarte Köpfchen eines Neugeborenen vor sich, so sanft geht sie dabei vor. Und als es ihr gelungen ist, diese quälende Krone abzunehmen, neigt sie sich, um alle Kratzer der Dornen mit Küssen zu heilen. Mit zitternder Hand teilt sie das wirre Haar, ordnet es und spricht leise, leise, leise und wischt mit den Fingern die Tränen ab, die auf den armen, kalten, blutigen Körper fallen, und will ihn dann mit ihren Tränen und ihrem Schleier reinigen, der noch die Lenden Jesu bedeckt. Sie zieht ein Ende davon herauf und säubert und trocknet damit die heiligen Glieder. Immer wieder liebkost sie das Antlitz, die Hände, dann die zerschlagenen Knie und beginnt erneut, den Körper zu trocknen, auf den Tränen über Tränen fallen. ... Auch Johannes und die Frauen bitten sie, und Maria lässt sich ihren Sohn vom Schoß nehmen. Sie erhebt sich mühsam, während man Jesus in das Leinentuch hüllt, und bittet: `Oh, seid vorsichtig!`...“
„Ich sehe das Grab so: Es ist eine in Stein gehauene Stätte am Ende eines blühenden Gemüsegartens. Sie gleicht einer Höhle, aber man erkennt, dass sie von Menschenhand geschaffen wurde. Sie enthält die eigentliche Grabkammer mit ihren Grabnischen, die aber anders sind als bei den Katakomben. Diese hier sind eine Art in den Stein gehauene runde Löcher, ähnlich den Öffnungen eines Bienenstockes – damit man eine ungefähre Vorstellung davon hat. Die leere Höhlung jeder Grabnische sieht aus wie einschwarzer Fleck auf dem gräulichen Stein. Vor dieser Grabkammer befindet sich etwas wie ein Vorraum und in seiner Mitte der steinerne Tisch für die Einbalsamierung. Auf diesen legt man Jesus in seinem Leinentuch. ... Während sie in einer Ecke, auf einer Art Regal, im Scheinwerferlicht zweier Fackeln die Binden und die Salben vorbereiten, neigt sich Maria über ihren Sohn und weint. Und wieder trocknet sie ihn mit dem Ende des Schleiers, der noch um die Lebenden Jesu gewickelt ist. Diese mütterlichen Tränen sind die einzige Waschung für den Leichnam Jesu, und obgleich sie reichlich fließen, gelingt es mit ihnen nur oberflächlich und teilweise, Staub, Schweiß und Blut von diesem gequälten Körper abzuwaschen. ...“
„Die beiden Männer sind nun fertig mit der Vorbereitung der Binden. Sie treten an den steinernen Tisch und nehmen das Lendentuch Jesu ab. In großer Eile wischen sie die überall tropfenden Glieder ab, wie mir scheint mit einem Schwamm oder einem Leinenbausch. Dann bestreichen sie den ganzen Körper mit Salben. Sie begraben ihn geradezu unter einer dicken Schicht Salbe. Zuvor noch haben sie ihn hochgehoben und auch den steinernen Tisch gereinigt und das Grabtuch darüber gebreitet, von dem mehr als die Hälfte am Kopfende hinunterhängt. Sie legen ihn auf den Bauch und salben den ganzen Rücken, die Schenkel, die Beine, die ganze Rückenseite. Dann drehen sie ihn vorsichtig um und achten darauf, dass der duftende Balsam nicht abgewischt wird, und salben nun auch die Vorderseite. Zuerst den Rumpf, dann die Glieder. Sie beginnen an den Füßen und enden mit den Händen, die sie über dem Leib zusammenlegen. Die Salbenmischung muss klebrig wie Lehm sein, denn ich sehe, dass die Hände an ihrem Platz bleiben, während sie vorher durch das Gewicht des toten Fleisches immer hinuntergerutscht sind. Die Füße nicht. Sie bleiben an ihrem Platz, der eine etwas gerader, der andere leicht gestreckt. Zum Schluss kommt das Haupt. Nachdem sie es sorgfältig gesalbt haben, so dass die Züge unter der Salbenschicht verschwinden, binden sie das Kinn auf, um den Mund geschlossen zu halten.... Dann heben sie das herunterhängende Stück des Grabtuches auf und schlagen es über Jesus. Er verschwindet unter dem dicken Grableinen, ist nur noch eine stoffbedeckte Form. Joseph gibt acht, dass alles richtig an seinem Platz ist, breitet noch ein Schweißtuch über das Gesicht und weitere Tücher – kurze und lange rechteckige Streifen – von rechts nach links über den Körper, die das Grabtuch eng anliegend um den Leichnam festhalten sollen. Es ist nicht die typische Bandagierung, die man von den Mumien kennt, und nicht einmal die, die ich bei der Auferstehung des Lazarus gesehen habe. Es ist nur ein Ansatz von Bandagierung“
(zitiert nach: Maria Valtorta: Der Gottmensch Band XI S. 287ff)

c) Therese Neumann v. Konnersreuth (* 08. 04. 1898+ 18. 09. 1962)
„Die Mutter sitzt auf einem Teppich und lehnt sich an einen Stein. Man legt ihr den toten Sohn in den Schoß. ... Sie spürt Wohlgeruch, den Duft der Salbe, mit der Maria Magdalena, noch mit blutbespritztem Kleid, das lange Linnen bestreicht – vielleicht das Tuch der Kreuzabnahme – das den Heiland umhüllen soll. Therese legt eine Hand über die andere und deutet damit an, wie man die Hände Jesu legt. Dann wird der eingehüllte Leichnam noch mit  Binden gewickelt. Therese bewegt die Hand in der Art des Einwickelns, während sie zusieht. Dann sieht sie noch, wie man den Leichnam fortträgt, wobei auch `der, der den Heiland durchstochen hat`, und ein anderer Soldat mithelfen, und ins Grab legt, das nicht weit vom Kreuzigungshügel entfernt ist, ...“ (zitiert nach: Johannes Steiner: Visionen der Therese Neumann S. 220)

3. Zu Petrus und Johannes am Grab sahen sie: (vgl. Joh. 20, 1 – 10; par.)
a) A. K. Emmerich (+ 09. 02. 1824)
“...… Während alledem sah ich Magdalena am Coenaculum angekommen, sie war außer sich und pochte heftig, es lagen mehrere noch an den Wänden umher schlafend, einige standen und sprachen, Petrus und Johannes öffneten. Magdalena sagte nur die Worte hinein: `Sie haben den Herrn aus dem Grabe genommen, wir wissen nicht, wohin` und nach diesen Worten eilte sie wieder mit großer Eile hinaus nach dem Grabgarten.  ...Johannes stand auf dem Rand vor dem Eingang und bückte sich durch die Türe der Vorhalle, nach der halbgeöffneten Grabtür schauend, und sah die Tücher liegen. Nun kam Petrus und ging hinab in die Höhle und vor das Grablager und sah die Grabtücher in der Mitte des Lagers von beiden Seiten gegen die Mitte zusammengerollt, es waren die Gewürze hineingewickelt, und die Binde war darum geschlungen, so wie die Frauen dergleichen Tücher zum Aufbewahren zusammenzurollen pflegen, das Angesichtstuch aber lag rechts davon gegen die Wand und war auch geordnet. Hierauf folgte Johannes dem Petrus auch an das Grablager, sah dasselbe und glaubte an die Auferstehung ... Petrus aber nahm die Tücher unter seinen Mantel, und sie eilten nach Haus durch das Pförtchen des Nikodemus, Johannes aber lief dem Petrus wieder voraus.“ (zitiert nach A. K. Emmerich: Die Leiden... S. 371ff)

b) Maria Valtorta (* 14. 03. 1897 + 12. 10. 1961)
„... Johannes, der schneller ist, kommt als erster am Grab an. Die Wachen sind nicht mehr da. Auch der Engel ist nicht mehr da. Johannes kniet furchtsam und schmerzerfüllt am offenen Eingang nieder, um zu beten und aus den Dingen, die er sieht, zu schließen, was vorgefallen ist. Aber er sieht nichts als die Binden, die in einem Häufchen auf dem Leichentuch am Boden liegen.
         Er ist wirklich nicht da, Simon! Maria hat es richtig gesehen. Komm, geh hinein und schau.` Petrus, der vom Laufen ganz außer Atem ist, geht in das Grab hinein. Unterwegs hat er noch gesagt: Ich werde es nicht wagen, mich diesem Ort zu nähern` Jetzt aber will er nur eines, herauszufinden, wo der Meister sein kann. Er ruft ihn sogar, als ob er sich in irgendeinem dunklen Winkel versteckt haben könnte. .
         `Er ist nicht da, Johannes! Er ist nicht da...! Oh, komm auch du! Ich habe soviel geweint, dass ich in diesem schwachen Licht fast nichts sehe.` Johannes steht auf und geht hinein. Während er es tut, hat Petrus das in einer Ecke liegende, schön gefaltete Schweißtuch entdeckt. Darin befindet sich das sorgsam aufgerollte Grabtuch. Sie haben ihn wirklich weggebracht. Die Wächter hat man nicht unseretwegen aufgestellt, sondern um dies zu tun... Und wir haben es zugelassen. Wir haben es ermöglicht, da wir fortgegangen sind...` Oh, wo haben sie ihn wohl hingebracht? Petrus! Petrus, das... ist das Ende!` Die beiden Jünger gehen ganz vernichtet hinaus...“
(zitiert nach: Maria Valtorta: Der Gottmensch Band XII S. 29f)

c) Therese Neumann v. Konnersreuth (* 08. 04. 1898+ 18. 09. 1962)
„...Dort lässt ihn Johannes an sich vorbei und geht nach ihm in das Grab. Petrus berührt die Tücher und überzeugt sich, dass sie leer seien. Sie liegen so da, `wie wenn etwas herausgekrochen wäre, nicht durcheinander gebracht, nicht zusammengeklebt, aber zusammengefallen; nur das Tuch, mit dem der Kopf eingebunden gewesen war, liegt gesondert. Petrus nimmt die Tücher an sich und steckt sie unter seinen Mantel...
(zitiert nach: Johannes Steiner: Visionen der Therese Neumann I S. 263)

Nikodemusevangelium (Pilatusakten) (5. Jahrhundert)
Nikodemus berichtet den „Synagogenvorstehern, Priestern und Leviten“ von seiner Befreiung aus dem Gefängnis, in das sie ihn gesteckt hatten, und von der Erscheinung des Auferstandenen: „Und ich sprach zu ihm: Wer bist du Herr, Herr? Er erwiderte: Ich bin Jesus, dessen Leichnam du von Pilatus erbeten, den du in reine Leinwand gewickelt, auf dessen Antlitz du ein Schweißtuch gelegt und den du in deinem neuen Felsengrab beigesetzt hast. Und dann hast du noch einen großen Stein vor den Eingang des Grabes gewälzt. Da forderte ich den Redenden auf: Zeig mir den Ort, wo ich dich hingelegt habe! Da trug er mich weg und zeigte mir den Ort, wo ich ihn hingelegt hatte. Und das linnene Tuch lag dort und das Schweißtuch, das sein Antlitz bedeckt hatte. Da er kannte ich, dass es Jesus war....“
s. Internet: Nikodemus-Evangelium (Pilatusakten) S. 14

Zusammenfassend kann man feststellen:

  • Es hat nach allen drei visionären Zeugnissen eine Frau am Kreuzweg gegeben, die Jesus ein Schweißtuch reichte. Sie wird „Veronika“ genannt, weil sich auf ihrem Tuch das wahre Gesicht Jesu (vera ikon) abgebildet haben soll. Maler haben dieses „Schweißtuch der Veronika“ oft gemalt, aber meistens mit einer Dornenkrone um das Haupt. Wo sich dieses Tuch heute befindet, ist nicht bekannt. (vgl. Internet: Schweißtuch der Veronika – Wikipedia)
  • Diese „Veronika“ darf aber nicht verwechselt oder gleich gesetzt werden mit der „Veronika“ in Rom, mit jenem Schweißtuch Jesu (=sudarium), das man Jesus im Grab auf das Haupt legte und auf dem auf wunderbare Weise sich das Gesicht Jesu abgebildet hat.
  • A. K. Emmerich und Valtorta bezeugen, dass man Jesus auch ein Schweißtuch auf das Haupt legte. Dies wird in den Pilatusakten bezeugt.
  • Th. Neuman sieht, wie Petrus die Tücher an sich nimmt. Auch wenn dies Johannes nicht ausdrücklich erwähnt, so ist dies selbstverständlich. Denn sonst hätten wir heute ja nicht das „Turiner Grabtuch“ und den „Volto Santo“ von Manoppello.
  • Nach A. K. Emmerich bildete sich die Gestalt Jesu schon beim Begräbnis ab. Wenn dies so gewesen ist, könnte man auch leichter verstehen, warum auf dem Turiner Grabtuch Jesus die Augen und den Mund geschlossen hat (?), während diese auf dem „Schweißtuch“ geöffnet sind.  

Nikodemus – Evangelium (Pilatusakten) (5. Jahrhundert)
„VII Und ein Weib mit Namen Berenike (lat. Veronika) schrie von weitem und sagte: Ich litt an Blutfluss und berührte den Saum seines Gewandes, und der Blutfluss, der zwölf Jahre angedauert hatte, hörte auf (Mk 5, 25ff). Da sagten die Juden: Wir haben ein Gesetz, ein Weib nicht zum Zeugen zuzulassen“.
Quelle:
s. Internet: Nikodemus-Evangelium (Pilatusakten) S. 6

Anmerkungen von Pfr. Josef Läufer

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