Der Veronikaweg oder der Weg des Gekreuzigten

Man geht den Weg vom Eucharistischen Wunder in Lanciano zum Volto Santo in Manoppello. Vom Abendmahl zum auferstandenen Christus. Beides ist hier sichtbar und real. Das ist die Schwierigkeit für viele.

Das Brot ist wirklich Fleisch, der Wein ist wirklich Blut, das zeigt uns das Wunder in Lanciano. Christus ist wahrhaft auferstanden, das zeigt uns sein Bild in Manoppello. Wie der Heilige Apostel Thomas, dessen Grab ganz in der Nähe liegt, in Ortona, wollen wir oft erst glauben, wenn wir gesehen haben. Das können wir hier. Das ist eine Gnade, die Gott uns schenkt. Thomas ist heilig, weil er diese Gnade angenommen hat. Der Weg kann dabei helfen. Er verbindet Abendmahl und Auferstehung. Das ist der Kreuzweg Jesu. Wir können ihn symbolhaft mitgehen, immerhin, mit wahrhaftigen Mühen und werden so besser vorbereitet sein Christus, den Auferstandenen zu erkennen und anzunehmen.

Der Weg dauert 2-3 Tage, je nachdem. Er führt viel auf und ab, er macht Mühe, aber er ist von allen zu bewältigen, die 15 - 20 km am Tag gehen können. Und das ist die Beschreibung von dem Weg.

1. Von Lanciano zur Kirche Madonna del Carmine

Lanciano ist ein schönes Städtchen. Man kann dort noch mehr sehen als das Eucharistische Wunder und wenn man sich dafür einen Tag Zeit genommen hat, kann man sich auf den Weg machen. Das ist mein Tipp. Der Ausgangspunkt ist der Piazza Plebescito bei der Basilika, ganz in der Nähe vom Santuario San Francesco, in dem das Eucharistische Wunder aufbewahrt ist. An der Rückseite der Kirche der Franzikaner, gibt es eine Herberge mit schönen Zimmern für ca. 20 Euro die Nacht.

Auf der linken Seite des Platzes, wenn man die Basilika im Rücken hat, dort wo der Parkplatz ist und einige Pinien stehen, geht eine Treppe hinunter zur Kirche des Fegefeuers (Chiesa del Purgatorio). Wir lassen sie links liegen und gehen geradeaus bis zur Via Santa Maria Maggiore, der wir nach links folgen bis zur Kirche selber.

Hinter der Kirche gleich rechts in die Via F. Spoltore und geradeaus über die Via Garibaldi durch eine Gasse bis es nicht mehr weiter geht, weil der äußere Bereich der auf einem Hügel gelegenen Stadt erreicht ist. Ein schöner Ausblick auf das Tal unten und den Nationalpark "Parco della Maiella" dahinter. Sogar den Gran Sasso, die höchste Bergkette der Abruzzen, sieht man in der Ferne emporragen. Wir wenden uns nach links den Aussichtsweg entlang. Nach 50 m kommt ein Platz, der Largo Appello, an dem links etwas zurückgesetzt die Kirche Santa Giovina steht, die bis 1850 der Heiligen Maria Magdalena geweiht war, die ja als erste Zeugin der Auferstehung auch für den Kreuzweg ein Rolle spielt. Der Bau rechts daneben war ehemals ein Gefängnis. Man geht noch ca. 20 m weiter an der hohen Mauer entlang bis an ihrem Ende beim Turm aus dem 11. Jahrhundert eine kleine Straße rechts (fast rückwärts) hinunter führt Richtung Kirche Sant Egidio. Wir folgen dieser Rechtskurve, überqueren weiter unten die kleine Straße und gehen in ein kurzes Stück Schotterweg hinein. Rechts ist ein Feigenbaum, links zwei junge Walnussbäume mit schlanken, silbernen Stämmen.

Wieder kommen wir auf eine kleine Asphaltstraße, vor uns ein Eisenkreuz. 30 m weiter die Kirche Sant Egidio. Aber die wird wahrscheinlich geschlossen sein. Der Weg führt vor dem Eisenkreuz links die Straße entlang, in einer weiten Rechtskurve um das Kirchlein herum. Es geht vorbei an einen Olivenhain, auch Feigen- und Walnussbäume. Die Straße wird schmaler und führt vorbei an Olivenbäumen und einem Weinberg, in dem die Zweige hoch gebunden sind, so dass sie ein Dach bilden, von dem die Trauben grün und schwer herab hängen. Es geht hinunter. Der Asphaltweg wird zu einem Feldweg und jetzt muss man etwas aufpassen: Unten liegt vor uns eine Wiese mit jungen Olivenbäumen. Am Rand des Feldwegs steht ein großer Holunderstrauch. Der Sandweg geht nach rechts weiter, aber das ist eine Sackgasse. Wir gehen geradeaus, einfach die Wiese hinauf. Dort war einmal ein Weg, er ist auf der Karte eingezeichnet, er ist nur ein wenig zugewachsen. An einen der ersten Ölbäume habe ich als Markierung ein Kreuz aufgestellt.

Es geht also aufwärts bis zu einer Böschung mit Schilfgras. Links führt ein Weg die Böschung hinauf zu einem grob asphaltierten Weg mit Schotter. Wir wenden uns nach rechts und nach knapp 100 m bei einem Häuschen nach links. Dort steht auch ein Kreuz. Es geht bergab. Beim ersten Haus kommt einem wahrscheinlich ein wurstförmiger schwarzer Hund kläffend entgegen. Der Besitzer versicherte: non morde - er beißt nicht! Und man sollte darauf vertrauen. Ein Wanderstab immerhin gibt einem ein Gefühl von Sicherheit und beeindruckt auch die Hunde. Dann überquert man eine Straße und es geht geradeaus. Nur wenig weiter biegt die Straße nach rechts ab in den Ort Romagnoli hinein. Auch hier gehen wir weiter geradeaus, nicht nach rechts in den Ort. Ein Holz-kreuz unter einer kleinen Eiche zeigt uns, dass der Weg der richtige ist und auch eine große Eiche, die sich über den Weg neigt.

Nach ca. 100 Metern kommt man an einen Weinberg, an dem links ein Weg entlang führt bis zu einem Bach. Hier war einmal ein Weg, das verrät die Karte, das bestätigen auch die Einheimischen, aber er ist überwuchert. Die Bachüberquerung bereitet zumindest im Sommer keine großen Schwierigkeiten. Es ging sogar ohne sich die Schuhe auszuziehen von einem Stein auf einen anderen tretend. Danach muss man sich etwa 10 Meter die Böschung hinaufarbeiten, dabei halb rechts halten, und dann zum Weinberg nach rechts durch kämpfen. Brombeeren und Weißdorn stechen unangenehm, aber das ist der Weg. Mit dem Wanderstab lassen sie sich beiseite schieben. Wer sich Zeit lässt kommt schon durch.

Nach ca. 100 m aufwärts am linken Rand des Weinbergs erreicht man einen Feldweg und folgt ihm nach rechts, bis man wiederum nach ca. 100 m auf eine richtige Straße trifft, die man links hinauf schreitet. Bald darauf ein schöner Blick auf Lanciano. Es scheint man ist noch nicht weit gekommen nach all den Mühen. Bambus wächst am Wegrand, Brombeeren, Wein und Olivenbäume. Am Ausgang einer 180 Grad Kurve, da wo der Bambus beginnt, geht ein Weg ab durch den hohen Bambus durch, der eine Abkürzung ist. Sonst geht man in Serpentinen herum. Er ist steiler, aber schattig und eine gute Abwechslung. 5 m weiter die Straße entlang steht ein Bambuskreuz an einem großen Stein.

Oben an der Straße gehen wir rechts und folgen ca. 1 km der Hauptstraße durch das Dorf bis zu einer Kreuzung, von der Straßen in 5 Richtungen verlaufen. Es lohnt sich zunächst die Hauptstraße rechts hoch zu gehen, weil nach 20 m links ein Lebensmittelladen kommt und 100 m weiter oben die Kirche Madonna del Carmine steht und ihr gegenüber auf der anderen Straßenseite eine "Fontane" (mit Fontane sind hier immer öffentlichen Wasserspender gemeint, meisten eine Säule mit Hahn oder Druckknopf.). Die Kirche ist klein und ansehnlich und wird von einem liebens-würdigen, jungen afrikanischen Priester betreut. Wer Zeit hat kann hier um 19:30 oder 20 Uhr die Messe feiern.

2. Von Madonna del Carmine nach Orsogna

Zurück an der Kreuzung folgen wir der Hauptstraße nach Spaccarelli (das ist die erste Straße rechts, wenn man von der Kirche kommt und gleich wieder links am Friedhof vorbei, der dann auf unserer rechten Seite liegt) Nach ungefähr 800 m hinter einer 180 Grad Kurve gibt es eine kleine Abkürzung, bei der man links bergab geht, wo das "Durchfahrt verboten" Schild steht. 100 m weiter ist man wieder auf der Hauptstraße. Es geht nun ca. 1 km in Serpentinen abwärts und nach einer U- Kurve 1 km in Serpentinen aufwärts bis zu einem Haus auf der rechten Seite, hinter dem ein Weg scharf rechts einbiegt. Der Weg scheint zum Grundstück hinauf zu führen, wendet sich aber links daran vorbei. Es geht ziemlich steil aufwärts. Nach 150 m kommt man an einem natürlich gewachsenen und von einem Feuer geschwärzten Olivenholzkreuz vorbei, sehr sehenswert und vom Autor mühevoll in einen Steinhaufen gestellt.(hoffentlich ist es noch da!)

Kurz darauf erreicht man einen schönen Höhenweg, von dem aus man in die Täler zu beiden Seiten schaut. Wir gehen ihn nach links, nach Süden. Nach knapp 10 Minuten kommt man am Haus Zasa vorbei. Dort gibt es B & B. Der kleine schwarze Hund mit dem weißen Fleck auf der Nase heißt Snoopy. Ich finde der Name passt zu ihm. Die Besitzerin macht einen netten Eindruck. Ein Einzelzimmer kostet mit Frühstück 24, ein Doppelzimmer 44 Euro. Noch einen Kilometer weiter und wir sind an der Hauptstraße. Noch zwei km bis Orsogna. Es ist ein bisschen lästig hier auf der Straße zu gehen, aber es gibt nicht allzu viele Autos und die Straße ist recht breit.

3. Orsogna

Für Orsogna kann man sich ruhig ein wenig Zeit nehmen. Wenn man morgens in Lanciano aufbricht, dürfte man am frühen Mittag dort sein. Ein Schild weißt auf einen Agritourismus: Le Mignole, 1 km vom Zentrum entfernt. Pro Person zahlt man dort 30 Euro, inclusive Frühstück.

In Orsogna vor dem Hauptplatz rechts steht die Kirche San Rocco. Von außen ist sie nichts Besonderes (sie wurde nach dem 2. Weltkrieg gebaut wie die meisten Häuser der Stadt), innen aber ist ein schöner Altar zu sehen, dessen Altarplatte von zwei bronzenen Engeln getragen wird. Originell ist auch der Tabernakel, den ebenfalls zwei Engeln halten, wodurch das goldene Kästchen, das sie in ihren Händen halten sehr leicht, fast schwerelos scheint. Darunter steht die Inschrift: Io sono il pane vivo disceso dal cielo - Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herab gekommen ist.

San Rochus war ein Pilger aus dem 12., 13. Jahrhundert, der viele Pestkranke heilte allein dadurch, dass er über ihnen das Kreuzzeichen schlug. Er erkrankte aber schließlich selbst an der Pest und zog sich in einen Wald zurück, wo ihm von einem Hund täglich ein Stück Brot gebracht wurde bis er genas. Er kehrte nach Hause zurück, wurde verkannt und ins Gefängnis geworfen, wo er nach 5 Jahren starb, ohne sein Erkennungszeichen, ein Muttermal in Form eines Kreuzes, das im Laufe seines Lebens immer größer geworden war, zu zeigen.

Auf der linken Seite des Platzes ist eine "Fontane", dort wo einige lange Steinbänke sind, und hinter ihr führen Treppen hinauf zur Kirche San Nicola (der Eingang ist links herum), die ebenfalls sehr sehenswert ist und in jedem Fall geöffnet. Eine Reihe von gold schimmernden Orgelpfeifen glänzt dort hinter dem Hochaltar wie eine auf- und abklingende Welle. Auch eine Mantelmadonna vorne rechts ist schön.

Wenn man aus der Kirche heraus geht und sich nach rechts wendet, kommt man zu einem Platz mit einem wunderbaren Ausblick auf die Berge des Parco Nationale della Maiella sowie das anmutige Tal davor. Von diesem Platz führt eine Rampe hinunter, an deren Ende man sich um 180 Grad nach rechts zurück wendet auf eine Straße, die in einem Bogen am Abhang entlang zurück zum länglichen Hauptplatz des Städtchens führt. Wir folgen der Hauptstraße nach links durch das gemütliche Straßendorf. Bald kommt man an einem Spielplatz vorbei mit einem Wasserspender und von dort geht ein gemütlicher Weg durch Pinien mit vereinzelten Zypressen. Laut zirpen die Zikaden aus den duftenden Kronen und man vergisst auf dem weichen Boden, dass man dicht bei der Straße geht. Hier und da liegt ein wenig Papier auf dem Boden - am Besten man sieht darüber hinweg.

Nach einigen 100 m kommt man an ein Stadion, wo groß an der Mauer: Forma Orsogna - Vorwärts Orsogna steht. Ich schreibe das nur, weil davor ein acht eckiger Bau ist, eine Kapelle, die dem Heiligen San Masquerading von Asien gewidmet ist. Wenn man um sie herum geht, kann man von hinten durch ein Fenster und Spinnen weben noch ein Heiligenbild sehen, das darinnen von der Decke baumelt.

4. Von Orsogna nach Rapino

Auf Höhe der ehemaligen Eisenbahnstation - ein ockergelbes Haus - müssen wir uns noch einmal für ca. 500 m auf die Hauptstraße begeben. (Die kleine Straße links ist verkehrt, auch wenn sie verlockend aussieht.) Nach 100 m kann man aber auch neben der Hauptstraße im Gras gehen. Dann kommt eine weite Links kurve, die für entgegen kommende Autofahrer schlecht einzusehen ist. Man geht also besser außen oder wandert über die Wiese an dem hohen Metallkreuz vorbei. Hinter der Kurve geht es gleich rechts und nach 50 m in die kleine Straße halb links. (Wer das Franziskanerkloster besichtigen will, zu dem das Schild nach rechts zeigt, nimmt einen Umweg von einem Kilometer in Kauf.) Es geht weiter geradeaus, etwa 1 km, dann an der T- Kreuzung links und nach 50 m an der Hauptstraße rechts. Jetzt heißt es wieder so ein kleines Flusstal durchqueren, was bergab und bergauf bedeutet, aber 2 km Umweg über Filetto erspart. Nach hundert Metern auf der Hauptstraße links in einen kleinen Asphaltweg einbiegen und nach einigen Metern gleich wieder scharf links in einen bewachsenen Feldweg. Das ist nun der direkte Weg, der hinunter ins Tal führt. Ein angelehntes Kreuz ein Stück weiter unten zeigt, dass wir auf dem Kreuzweg sind. Abwärts 100 m. Es scheint nicht weiter zu gehen. Am ehesten noch nach links, aber der Pfad verliert sich kurz darauf. Nein, wir gehen geradeaus hinunter durch Schilf und Brombeerranken und erkennen nach 10 m auch, dass hier mal ein Pfad war. Das reicht uns, um weiter zu gehen.

Schmetterlinge steigen auf, weiß und grau, und bei einem Holunderstrauch versperrt noch einmal Gestrüpp den Weg. Fünf Meter weiter sind wir durch und sehen jetzt deutlich den Weg vor uns ansteigen. Oben an einer Kreuzung, wo wir von braunen, schlappohrigen Jagdhunden verbellt werden (die aber hinter einem Zaun sind), geht es über die Straße hinweg zunächst geradeaus und nach 20 m links in den Sand- und Schotterweg (Die Asphaltstraße führt nur zu den Häusern).

Jetzt geht es wieder abwärts und wir folgen immer dem Weg. Nicht links abbiegen entlang einem Weinberg, nicht rechts in einen Olivenhain. Dann kommt man an ein kleines Pappelwäldchen, d.h. 5 oder 6 Reihen von jungen Pappeln stehen da in Reih und Glied in einer Senke. Ein Kreuz müsste auch dort sein und lädt zu einer Pause ein. Danach geht es vorbei an glänzenden Wiesen und schließlich erreicht man wieder eine asphaltierte Straße, der man nach links folgt. Eine Straße, die nach 100 m links abbiegt lassen wir unbeachtet. Es geht erneut bergab. Vor uns ein herrlich im Sonnenlicht leuchtender mit allerlei Baumarten, Büschen und Gräsern bewachsener Hügel. Er hat nur einen einzigen Fehler: Man muss ihn hinauf. Dafür ist der Weg diesmal leicht zu finden.

Unten an der T- Kreuzung einfach geradeaus, am Schilf hinunter. Der Weg ist kalkweiß und führt zu einem Bach. Wieder flattern Falter auf, weiß-violett und braun-weiß. Eine letzte Ermutigung. Dann geht es steil bergauf. Auf 2/3 der Höhe des Hügels nicht nach links ausweichen, was verlockend erscheint, sondern bergauf. Erst wenn man fast oben ist, den Lärm von der Schnellstraße schon hört, geht man vor einem Weinberg links auf den Asphaltweg. Dann rechts durch den Tunnel, entgegen der gelben Pfeilrichtung und an der Straße geradeaus Richtung Santa Lucia. Ich möchte den hier wahrscheinlich etwas erschöpften Pilger beruhigen: Dieser Anstieg war der Härteste. Das Schwierigste ist geschafft.

Die Straße führt nun abwärts, ca. 600 m bis zu einer Brücke und von dort, zum Glück mehr im Schatten, aufwärts. Bei einem Fußballplatz geht es nach rechts. (Das Schild Santa Lucia, dem wir folgen ist zwischen einem Holzpfosten und dem Zaun eingeklemmt. Man sieht es erst, wenn man daran vorbei geht.)

Kurz darauf beim Ortseingang von Santa Lucia ist rechts ein Kirchlein, das zwar geschlossen und außer sakralem Dienst zu sein scheint, aber rechts neben ihr, versteckt hinter einer Linde, steht eine rostige "Fontane". Als ich hier entlang kam im Juli, war es herrlich nach dem Auf und Ab Kopf und Füße darin zu baden. Ob man das Wasser auch trinken mag, bleibt jedem selbst überlassen. Ich hab"s getrunken und hatte damit kein Problem; aber ich hab" ja auch erst mal reichlich durchlaufen lassen. Es ist jetzt aber auch nicht mehr weit bis zum Etappenziel. Nach 1 1/2 km auf der Straße gelangt man an den Ortseingang von Rapino. Auch hier ist eine Kirche, links, nicht zu übersehen und auch sie ist wie jene kleine in Orsogna dem Heiligen Rochus, San Rocco, dem Felsen geweiht. Wir folgen der Hauptstraße bis zu einem öffentlichen Platz mit etwas Grün, Bar, etc. Dort an die Ecke ist auch das Keramikmuseum. Der Ort hat in diesem Handwerk eine lange Tradition und das Museum gibt unter anderem Einblicke in Feste und Bräuche von Rapino. Es kostet nicht und man wird freundlich herumgeführt. Es geht die Straße weiter bis auf der linken Seite eine Apotheke kommt. Dahinter links. Man folgt den Schildern San Lorenzo und sie bringen einen zu dem Teil des Ortes hinauf, der so malerisch auf dem Hügel liegt.

Man kann auch rechts hoch dem Schild San Giuseppe folgen. Das ist sogar etwas kürzer, wenn auch steiler, führt allerdings nicht automatisch zur Herberge, wie der Weg, der links weiter läuft um einen Bogen herum und dann geradeaus, der uns direkt vor die Tür von Il Tiglio bringt. So oder so, man wird es finden. Groß ist der Ortsteil dort oben nicht. Il Tiglio ist eine sehr angenehme Herberge, freundlich geführt, mit einem schmucken Restaurant, schon etwas gehoben im Stil. EZ mit Frühstück kostet 30 Euro. Die Kirche San Lorenzo ist ganz in der Nähe. Darin ist ein sehr schönes Kruzifix. Auch die Madonna links ist ausdrucksvoll. Die Kirchen in den Abruzzen laden immer zum Beten und Still werden ein. Abends ist Messe. Die Zeiten stehen draußen an der Tür angeschlagen.

5. Von Rapino nach Pretoro

Der Weg führt an der Kirche San Lorenzo vorbei, rechts hinter ihr, eine kleine Straße hinunter, durch ein S-Kurve hindurch und dann leicht ansteigend durch das Dorf, parallel zur Hauptstraße. Nach 300-400 m, kurz bevor die Straße auf die Hauptstraße trifft, die SS 263, biegen wir links ab und wandern gemütlich an Häusern entlang ca. 500 m bis Vicenne, wo auch diese Nebenstrecke auf die SS 263 mündet. (Wer vorher schon auf die Hauptstraße geht, findet dort rechts hinunter eine Touristeninformation. Der Weg freilich führt dann die Hauptstraße links hinauf nach Pretoro.)

Einschub: Wer einen etwas genaueren Blick auf die Karte wirft und auch schon weiß, dass unser Weg nach Pretoro führt, entdeckt sicherlich eine Route, die direkter ist und verlockend einfach erscheint: Vorbei an der Kirche Madonna della Libera und nur geradeaus. Vor diesem Weg bin ich mehrfach gewarnt worden. Es ist ein ausgesprochenes Weidegebiet mit großen Herden und vielen Hunden. Auf jeden Fall sollte man einen festen Stock und reichlich Mut mitnehmen. Besser auch nicht alleine gehen. Ich hatte ein recht unangenehmes Erlebnis, als ich dort noch ganz in der Nähe der Kapelle, gerade eben jenseits des Baches, übernachten wollte. Auch sollte man den Schäfern ihr Recht auf ihr Terrain zugestehen. Touristen, und für einen solchen wird man ja auch als Pilger gehalten, müssen ja nicht überall durch laufen. (Es ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, dass man Schafherden und den dazugehörigen Hunden auch anderswo begegnet - die auf dieser Strecke sollen aber die schlimmsten sein. Nur keine Panik. Selbstvertrauen, Gottvertrauen und ein fester Stock sind die beste Sicherheit. Zur Not kann man auch Steine werfen. Das mögen aber die Schäfer verständlicherweise nicht besonders. Oft reicht es auch so zu tun, als ob man sie wirft oder sie - gänzlich ungefährlich - nur so halbwegs in die Richtung der Tiere zu werfen.

Wir sind also auf der Straße und die paar Autos stören auch nicht. Nach 500 m weist uns ein Schild: Manoppello 22 km. Wir folgen der Straße nach Manoppello etwa 4 km bis zu dem kleinen Ort Crocifisso. Dabei ist es erstaunlich wie manches auf dem Weg schon durch seinen Namen symbolhaft mit ihm verbunden zu sein scheint. Denn: Crocifisso - gekreuzigt, Gekreuzigter! Am Friedhof kann man im Schatten der Zypressen etwas ausruhen.

Bei der ersten Kreuzung im Ort links und nach 20 m am Ausgang der Kurve wieder links. Itinero dei Mulini Rupestri steht da auf einem kleinen Schild (der Weg der Felsenmühlen), und es lässt auf Wasser hoffen. Nach 100 m führt die Straße rechts hinunter und direkt vor der Brücke biegen wir erneut links in einen Weg aus Kalksteinschotter ein. Nach dem langen Stück Straße eine will-kommene Erholung, auch wegen des Baches, der neben dem Weg bergab plätschert. Hier ist es kühl und schattig. Der Weg überquert den Bach nach einem 1/2 km und 100 m weiter kommt man an ein Schild: Mulino communale. Dahinter geht ein Pfad hinauf. Wir gehen in die entgegengesetzte Richtung, in die das Schild weist, den Maultierpfad rechts aufwärts. Es ist steil und schattig. Bei den ersten Häusern die Treppe hoch, dann die Gasse entlang; schließlich eine Treppe rechts hinunter auf die Straße. Wir sind nun oben in dieser eigentümlichen kleinen Stadt, die von unten aussieht wie ein Piste in den Wald geschlagen, so eng stehen die Häuser beieinander und so steil reicht der Ort den Hang hinunter, dass er von weitem wie eine durchgehende Fläche erscheint, auf der man abfahren könnte. Man geht geradeaus Richtung Kirche, die weiter unten am Ende der Straße steht. (Links ginge es hinauf ins mittelalterliche Viertel.) An dem kleinen Platz bei der Kirche Madonna della Libera ist rechts eine Apotheke und bei der Apotheke ein Brunnen. Es lohnt sich hier noch einmal Wasser aufzufüllen. (Ach so, in der Bar gibt es leckere Schokowaffeln.)

6. Von Pretoro nach Serramonacesca

Nun geht es aufwärts, nach rechts, wenn ich die Kirche im Rücken habe, nach links wenn ich von oben komme und gleich weitergehe. An der Kreuzung nach ca. 1,5 km biegen wir rechts in die kleinere Straße Richtung Manoppello. Bald geht es abwärts bis nach erneut 1,5 km eine kleine Asphaltstraße scharf links ansteigt. Montepiano steht auf dem Schild davor. Wir folgen dem Weg um die Kurve und geradeaus bis zu einer T-Kreuzung und dort nach links, Richtung Montepiano. Dann ein steiler Anstieg. 1 km weiter oben, wenn es flacher wird (bis dahin auf der Straße bleiben, nicht rechts abbiegen), kommt ein Sandweg mit der gelben Wandermarkierung D3. Dem könnten wir gleich nach rechts folgen. Man kann aber auch 100 m weiter gehen bis zu einem Picknickbereich, wo es frisches Quellwasser gibt und wo Holzbänke zum Rasten einladen. Sollte man das vorziehen, dann von dort rechts am Parkplatz entlang, der Straße folgend (links ein Fußballplatz) bis sie in einen Sandweg übergeht. Jetzt aufgepasst: Gleich am Übergang rechts in einen Pfad kehren und sich links halten. So kommt man nach 10-15 m wieder auf den Wanderweg D3, den wir Richtung Westen, in diesem Fall nach links, folgen. (Der Weg aufwärts nach Montepiano ist auf der Karte so nicht eingezeichnet. Man sucht ihn vergebens. Er ist wohl neu oder die Karte, leider, schon ein bisschen alt.)

Zunächst folgt man dem Weg D3 an einer Wiese vorbei. Einige hundert Meter weiter führt er abwärts. Dann gabelt sich der Weg. Wir müssen geradeaus gehen, nicht links, und bald darauf mündet der Sandweg in einen weißen Kiesschotterweg. Das ist das Zeichen, dass wir richtig sind. Auch ein Kreuz ist dort aufgestellt. Der Blick, der sich einem bald bietet ist wunderschön. Links das ansteigende Gebirge der Maiella, ein weites Tal, ein wie ein Fluss gewundener Weg. Nach einer weiten S-Kurve geht ein hübscher Pfad rechts ab. Er ist so schön geschwungen, dass man ihm folgen möchte. (Kann man vielleicht auch, laut Karte. Ich hab"s aber nicht ausprobiert.) Besser ist"s wir gehen geradeaus. Gleich dahinter am Strommast sieht man über die Wiese hinunter einen Weg. Das ist genau der Weg, auf den wir nach einer Schleife von gut 10 Minuten wieder kommen werden. Von da führt nun der Weg hinunter nach Serramonacesca. Erst auf einen schmalen Asphaltweg und schließlich unten auf die Hauptstraße. Das dauert allerdings ein bisschen. Wir folgen ihr links in großem Bogen in den Ort hinauf.

7. Von Serramonacesca zum "Volto Santo"

Am Ausgang des Ortes, da wo es links eine lange Gerade hinunter geht, ist rechts eine Bar und daneben ein Torbogen. Dahinter zweigt sich die Straße und es geht links hinunter; dann einige hundert Meter geradeaus bis rechts ein kleiner Unterstand zum Sitzen einlädt mit einem Josefs- oder Bischofsbild. Ein Bach fließt in der Nähe des Wegs entlang. Es geht links ab in die Via dei Monaci, den Mönchsweg, der aufwärts führt. Ein Blick zurück zeigt uns, von wo wir her kamen. Man sieht die Hügel der "Maiella" und die Ruine der Festung sehr schön in einem wunderbaren Panorama. Der Weg mündet in eine etwas größere Straße; wir folgen dem Schild Manoppello nach links ein Stück aufwärts. Nach hundert Metern an der Hauptstraße rechts, dann etwa 2 km die Straße entlang. Bald hat man Manoppello vor Augen wie es auf einem Hügel liegt mit seinen roten Dächern und den geweißten Häusern.

Vor einer Rechtskurve geht es links, dem Schild Campo Sportivo Communale folgend, über eine Brücke und danach geradeaus. Der Weg führt ein einem Bogen rechts an einem Haus vorbei einen Hügel hinan. Wir folgen ihm bis zu einer Wiese (da steht ein verrosteter Anhänger), gehen links hinauf und halten uns nach 150 - 200 Metern Anstieg rechts. Bald darauf mündet der Weg in die Straße, die zu den Kapuzinern hinauf führt. Gegenüber auf der anderen Straßenseite ist die 6te Station des Kreuzwegs: Veronika reicht Jesus ein Schweißtuch. Nach zwei drei Biegungen aufwärts, stehen wir vor der Kirche.

Für weitere Fragen und Informationen über den Veronikaweg, vor allem über verfügbare Karten, wenden Sie sich bitte an Herr Ronald Lutter, Email:

Ronald Lutter, Hamburg

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